Hämorrhoiden: das Gewebe und der Moment, in dem es kippt
Diese Polster trägt jeder Mensch in sich, von Anfang an. Krankheitswert bekommen sie erst, wenn der Hämorrhoidalplexus unter Dauerdruck gerät und die darüberliegende Schleimhaut absinkt.
Stundenlanges Sitzen, Pressen am WC, eine Übersiedlung mit schweren Kisten, eine Schwangerschaft: All das treibt den Druck in der Bauchhöhle nach oben und hält ihn dort. Darauf reagiert der Hämorrhoidalplexus — an sich gesundes Gewebe, das den Analkanal wie eine Dichtung verschließt. Die Venen füllen sich rascher, als sie sich entleeren, das Polster nimmt an Umfang zu, und der Halteapparat aus Bindegewebe ermüdet. Sinkt die Schleimhaut mit ab, spricht die Proktologie vom Mukosaprolaps.
Welche Beschwerden Sie spüren, hängt davon ab, wo der Knoten sitzt. Äußere Hämorrhoiden liegen im schmerzempfindlichen Bereich unterhalb der Grenzlinie: sie brennen, sie tun weh, und Sie ertasten sie mit der Fingerkuppe. Bildet sich in so einem Polster ein Blutgerinnsel, heißt das Hämorrhoidalthrombose — der Schmerz baut sich über wenige Stunden auf und lässt dann nicht mehr nach. Bei inneren Hämorrhoiden ist es umgekehrt: Über der Linea dentata endet die Schmerzempfindung, deshalb bleibt hellrotes Blut am Papier häufig das einzige Zeichen, während der Knoten selbst still bleibt.
Die Creme greift dort, wo sich der Befund noch zurückdrehen lässt: bei der Schwellung, beim Brennen, bei der Analfissur und beim Umfang des Knotens. Sobald ein Vorfall nur noch händisch zurückgeht, endet der Wirkbereich einer Salbe, egal welcher. Welcher Fall bei Ihnen vorliegt, klärt die Tabelle darunter in vier Zeilen.